Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik

Schleswig-Holstein e.V

Aktuelles und Termine

“Die etwas andere Kommunalwahlkampagne“

Thies Thiessen, Bismarckstraße 6, 25 704 Meldorf, Tel. 04832 1211

Thies.Thiessen@Schleswig-Holstein.de

 

Ein Leitfaden für den Wahlerfolg

Ein Wort vorweg:

Mit erfolgreicher Kommunalpolitik ist es wie mit dem Körpergewicht: So wie man nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zunimmt sondern zwischen Neujahr und Weihnachten, so gewinnt man Kommunalwahlen auch nicht in den sechs Wochen der Wahlkampagne sondern in den fünf Jahren der Wahlperiode. Darum kann auch die beste Wahlkampagne keine erfolgreiche Kommunalpolitik ersetzen. Die „etwas andere Wahlkampagne“ hilft uns jedoch, unsere Themen besonders geschickt und eindringlich in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. Sie ist also der „Festtagsbraten“, der die Bürger leckerfritzig machen soll! Abweichend von der Vorbereitung und Durchführung anderer Wahlkampagnen ist „die etwas andere Kommunalwahlkampagne“ von folgenden acht Grundsätzen geprägt:

1. Das Wahlprogramm

 Grundlage auch für die „etwas andere Wahlkampagne“ ist zunächst ein stinknormales Wahlprogramm, so wie wir es schon immer diskutiert und aufgeschrieben haben: ca. 20-30 Punkte Leistungsbilanz (das haben wir in der letzten Wahlperiode vollbracht) und ca. 10-20 Punkte zukünftige Programmatik (das haben wir in der kommenden Wahlperiode vor).

Dieses klassische Wahlprogramm benötigen wir sowieso für die Auseinandersetzung während der Kommunalwahlkampagne mit den anderen örtlichen Kommunalgruppierungen, auf Nachfrage für die wenigen kommunalen Experten in der Bevölkerung und nicht zuletzt für unser eigenes Selbstvertrauen und als Diskussionsgrundlage für die Genossinnen und Genossen, die wir von der neuen Art der Kampagnenführung überzeugen wollen. So ist für unsere Mitglieder zumindest dieser Teil der Kampagnenplanung vertrautes Terrain.

2. Der Perspektivwechsel

Einer der entscheidenden Schritte zur anderen Kampagne folgt nun: Wir treten aus unserem eigenen kommunalen Rahmen heraus und blicken mit anderen Augen – den Augen des Bürgers – auf die kommunalen Dinge, die uns bewegen.

Dazu bedienen wir uns der Technik des Interviews. Immer zu zweit (einer befragt, der andere dokumentiert) besuchen wir (natürlich nach Voranmeldung) Meinungsführer in unserer Gemeinde, die gerade nicht unbedingt sozialdemokratisches Gedankengut in sich tragen (Pastor, Lehrer, Vereinsvorsitzender, Arzt, Künstler, Unternehmer…), aber auch Bürgerinnen und Bürger, die für eine bestimmte persönliche Interessenlage stehen (Senioren, Eltern, Jugendliche, Geschäftsleute, Kultur-und Sport interessierte…). Anzahl der Interviews: insgesamt ca. 20.

Von diesen Leuten lassen wir uns erzählen, welche Dinge für sie in unserer Gemeinde wichtig sind. Vermutlich sind dies andere – in der Regel ganz konkrete – Themen als unsere Favoriten. Wir hören zu und fragen allenfalls nach. Wenn noch Zeit ist oder das Ergebnis des bisherigen Interviews uns nicht befriedigt, sprechen wir auch noch ergebnisoffen die Zukunftspunkte unseres Wahlprogrammes an. Werden unsere Ziele als wichtig, wünschenswert, uninteressant oder gar schädlich empfunden?

3. Aufbereitung der Themen für die Wahlkampagne

Aufgrund der Häufungen in den Interviews erkennen wir, welche Themen für die Bürger wichtig sind und welche Übereinstimmungen es mit unseren Zukunftsthemen gibt.

Diese Punkte werden daraufhin diskutiert, inwieweit sie unsere Wahlkampagne tragen können. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Frage: Was empfinden die Bürgerinnen und Bürger als wichtiges Thema für unsere Gemeinde? Nicht im Vordergrund stehen unsere eigenen Lieblingsthemen. Gleichwohl ist es wichtig, bei dieser Auswahl auch unsere eigenen Zielgruppen nicht aus dem Auge zu verlieren.  Die SPD steht für einen Markenkern auch von bestimmten kommunalen Themen, bei denen man uns besondere Kompetenz zutraut. Wenn diese Themen auch in Interviews häufig genannt wurden, ist es wert, sich hiermit besonders zu beschäftigen.

4. Konzentration der Themen auf wenige Punkte (maximal ein Dutzend)

 Die „etwas andere Wahlkampagne“ wird von nur wenigen Punkten getragen, die dem Bürger besonders wichtig sind. Diese wenigen Themen werden in der Kampagne immer und immer wieder in allen Werbebotschaften wiederholt (penetrieren und perpetuieren). Auch hierdurch wird unsere Kampagne unverwechselbar.

So beginnt nun der schmerzliche Prozess der Auswahl. Hierbei bedienen wir uns der Methode der Punktevergabe: Jeder wählt bis zu sechs Themen aus, von denen er vermutet, dass sie besonders geeignet sind, die Wähler zur Stimmabgabe für die SPD zu überzeugen. Die 9-12 Themen mit den häufigsten Nennungen bilden die Grundlage für den nächsten Auswahlprozess.

5. „Nur die Harten kommen in den Garten“ – Das „Eindampfen“ der Themen

Den letzten Schritt auf unserer Suche nach den 3-4 wahlentscheidenden Themen bildet ein kleines Rollenspiel. Hierfür definieren wir die typischen Wählergruppen, die in unserer Gemeinde existieren (wohlhabende Senioren, Unternehmer, Bildungsbürger, Familien mit Kindern, neu hinzugezogene Bürger, Erstwähler usw.).

In unserem Team werden nun diese Gruppen gebildet – also der Mikrozensus der Gemeinde -, die sich gedanklich in die Situation der jeweiligen Wählergruppe versetzen. Die Gruppen spielen dann nach dem Prinzip “Champions League“ entsprechend ihrer eigenen Interessenlage das verbliebene Dutzend an Themen gegeneinander aus, werben für die „eigenen“ Themen und neutralisieren den Wert der anderen Themen. In dieser ergebnisoffenen Diskussion werden die Themen also gegeneinander bewertet und gewichtet und für jede Gruppe durch erneute Bepunktung priorisiert.

Als Schlusspunkt unseres Auswahlverfahrens werden die Ergebnisse in eine Hitlisten-Matrix übertragen, so dass die fünf Topthemen der jeweiligen Wählergruppe ersichtlich werden.

Schließlich werden diese Themen nach der Häufigkeit der Nennungen nach unserem Punktesystem weiter priorisiert, so dass am Ende unseres Auswahlprozesses 3-4 absolute Top-Themen für alle Gruppen und somit die gesamte Gemeinde übrig bleiben.

6. Kreativität ist gefragt: Slogan, Subtexte, “SPL“ (Status, Problem, Lösung)

Die 3-4 Themen, die übrig geblieben sind, werden nun kampagnentauglich bearbeitet. Hierin liegt die eigentliche kreative Arbeit, die  unsere Wahlkampagne von der der anderen Parteien unterscheidet.

Von der Qualität, von der Kürze, vom Witz, kurzum von der Prägnanz dieser Textbausteine lebt unsere Kampagne. Darum müssen wir für diese kreative Arbeit genügend  Zeit (bei ein oder zwei Flaschen Rotwein) einplanen, die Entwürfe sacken lassen, immer wieder kürzen, umformulieren, zuspitzen und andere Begriffe ausprobieren, das Ganze überschlafen und daher mehrere Sitzungen einplanen.

Die im folgenden Text genannten Beispiele in Klammern stammen aus der sehr

erfolgreichen Kampagne in Timmendorfer Strand bei der letzten Kommunalwahl.

Für jedes Thema brauchen wir als „Eyecatcher“ zunächst einen einprägsamen, griffigen, provokanten oder witzigen Slogan (Hunke von der Brücke).

Da dieser Slogan für sich alleinstehend nicht immer für jeden verständlich ist, brauchen wir einen

kurzen erklärenden Subtext (Die Seeschlösschenbrücke gehört uns allen!).

Schließlich folgt die programmatische Bearbeitung des Themas: der Status oder die Selbstverständlichkeit (Die Seebrücken sind für uns und unsere Gäste da. Sie müssen jederzeit für jedermann frei zugänglich sein.), das Problem (Doch Investoren und Sponsoren greifen nach der Verfügungsgewalt – Jürgen Hunkes Aktivitäten lassen grüßen.) und die Lösung (Wir werden uns für die schnelle Fertigstellung des Brückenkopfes der Seeschlösschenbrücke durch die Gemeinde einsetzen. Denn diese Brücke gehört uns allen!).

7. Die Visualisierung (Plakate Flyer & Co.)

Eine weitere Besonderheit unserer Kampagne ist die Art der Vermittlung der knappen Inhalte an den Bürger.

Dazu benötigen wir als „Dach“ unserer Kampagne einen zentralen Slogan, der immer der inhaltlichen Botschaft auf allen Werbeträgern vorangestellt wird. Dieser Slogan muss kurz, knackig, witzig, auffällig, einprägsam, provokant, unverwechselbar und für uns typisch sein  (Wir sind Timmendorfer Strand).

Ein weiteres unverzichtbares Element unserer Kampagne ist die Corporate Identity („CI“). Elemente der CI sind gleicher Schrifttyp, gleiche Farbe, gleiche Symbole, gleiche Formate, gleiche Sprachmelodie, gleicher Textaufbau…. Durch die Elemente der CI wird die Visualisierung unserer Kampagne einprägsam und unverwechselbar.

Für die Entwicklung dieser CI und, damit die Elemente der CI konsequent in der gesamten Kampagne eingehalten werden, sollten wir uns unbedingt professioneller Hilfe bedienen. Unsere SGK-Grafikerin Sabine Baerwald (Kontakt: www.congrafics.de , Telefon: 04503 70 73 86) verfügt als gelernte Grafikerin über gediegene professionelle Kenntnisse, um das besondere Gesicht, die unsere Kampagne erfordert, mit Euch zu entwickeln und die einzelnen Elemente sicher zu gestalten.

Als Träger für unsere Botschaften benutzen wir Plakate (DIN A 0) – auch mit freien Flächen für Textbausteine -, Kampagnenbriefpapier ( für Zielgruppenbriefe), Flyer (für den Infostand und zur Hausverteilung – Kandidatenflyer in den einzelnen Wahlkreisen und Schlussflyer flächendeckend in der ganzen Gemeinde) und für die Kandidaten persönliche Pledgecards (für die Hausbesuche). Als Highlight für unsere Kampagne erzeugen Großflächenplakate eine besondere Aufmerksamkeit beim Wähler und den Neid der kommunalpolitischen Konkurrenz.

             8. Besondere Aktionsformen in der Kampagne:

 Um unsere Bürger für die Kommunalwahl zu interessieren (hohe Wahlbeteiligung) und insbesondere unsere Themen und Inhalte plakativ und gut verständlich zu transportieren, benötigen wir andere Aktionsformen als die üblichen Infostände. Der Tapetentisch als Infostand ist megaout! In der Fußgängerzone oder vor Aldi, Lidl und Co. aufgebaut verführt er die Bürger dazu, einen großen Bogen um unseren Stand zu machen. Unsere Kampagnenaktionen hingegen sollen den Bürger neugierig machen und im Idealfall zum „mitmachen“ anregen. Wolfgang Nafroth hat zu dieser Thematik mehrere Publikationen herausgegeben, die diese Formen der Öffentlichkeitsarbeit umfassend darstellen. Sein Standardwerk

„Themen zum Thema machen“

solltet Ihr Euch unbedingt besorgen. In der 109-seitigen Broschüre sind viele gute Beispiele und Anleitungen für besondere Aktionsformen, die sich gerade auch für den Straßenwahlkampf eignen, beschrieben. Außerdem sind in der Broschüre eine ganze Reihe von weiteren Literatur- und Beratungsangebote aufgeführt (11.0)

Kontakt:

nafroth.com pr + kommunikationsberatungTelefon: 04231 95 65-140, Fax: 04231 95 65-139

E-Mail: nafroth@nafroth.com, Internet: www.nafroth.com

 

 

SGK-Mitgliederversammlung am 6. Oktober 2017 in Neumünster

 Der neue SGK-Landesvorstand

von links nach rechts: Dieter Juhls, Claudius von Rüden, Heike Döpke,
Kirsten Niemann, Karsten Reimer, Simone Lange, Dr. Andreas Koeppen,
Jürgen Weingärtner, Beate Raudies, Bente Reimer, Jörn Eckert
(es fehlt Dörte Köhne-Seiffert).

 

 

 

Bundestagswahl am 24. September 2017

Die AG Kommunales der SPD-Bundestagsfraktion hat eine Broschüre erstellt, die zusammenfasst, welche Maßnahmen in der laufenden Wahlperiode getroffen wurden, um Kommunen finanziell zu stärken und zu entlasten. Die Öffentlichkeitsarbeit der SPD-Bundestagsfraktion hat zu diesem Thema auch ein  Video produziert.

Kommunalbroschüre

Video

Argumente zur Bundestagswahl 2017 aus kommunaler Sicht. Diese zehn Argumente, im September die SPD und Martin Schulz zu wählen,  werden  veröffentlicht vom  Vorsitzenden der Bundes-SGK, Oberbürgermeister Frank Baranowski gemeinsam mit dem kommunalpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Bernhard Daldrup, MdB und dem Geschäftsführer der Bundes-SGK, Manfred Sternberg .

 

Infos und Downloads

Mustergeschäftsordnung für Fraktionen

Seminare Erfolgreich in der Kommunalpolitik

Einführung in die Kommunalverfassung
Inhalte: Rechte und Pflichten der Gemeindevertreter und bürgerlichen Mitglieder. Abgrenzung der Aufgaben und Zuständigkeiten zwischen Verwaltung und Selbstverwaltung. Intensive Auseinandersetzung mit den wesentlichen Vorschriften der Gemeindeordnung. Durchsetzung der Rechte der Selbstverwaltung gegenüber der Verwaltung. Kommunale Satzungen und die Geschäftsordnung. Interfraktionelle Konfliktstrategie und strategische Ausrichtung der Fraktionsarbeit. Wie gehe ich mit kommunalpolitischen Partnern und Gegnern um?

25.-26. November 2017, Theodor-Schwartz-Haus, Wedenberg 2-4, 23570 Lübeck-Travemünde (Brodten) (ehrenamtliche Gemeinden)

Mit dem Kämmerer auf Augenhöhe – Kommunales Haushaltsrecht
Inhalt: Instrumente der Doppik verstehen und nutzen. Einführung des neuen kommunalen Rechnungswesens und rechtliche Grundlagen der Doppik. Ergebnisrechnung, Bilanz, Finanzrechnung. Der Haushaltsplan. Steuerung und Berichtswesen. Steuerung kommunaler Prozesse.
09.-10. Dezember 2017 Finanzen (bereits ausgebucht)

Anmeldungen sind bis zum 30. April zu richten an die Geschäftsstelle: Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik e.V. (SGK) c/o. SPD-Büro Schleswig, Königstrasse 4, 24837 Schleswig, Telefon: 04621-27 110, Fax: 4621 29345, Email: SGK-Landesverband-SH@spd.de

Newsletter

newsletter  sgk-newsletter-1-2015

 

Starke Kommunalpoliti8k nur mit der SGK

Vereinbarung SPD-SGK-Schleswig-Holstein_Dezember 2014

Protokoll Klausurtagung SGK-Landesvorstand

Kommunaler Finanzausgleich

Geltendes Gesetz, Gesetzentwurf Landesregierung, Stellungnahme SGK, Stellungnahme Gemeindetag, Stellungnahme Städteverband, Stellungnahme Landkreistag, Workshop Innenministerium, Excel-Tabelle für jede Kommune.

 

DEMO-Extra (Mitgliederzeitschrift)

DEMO-Artikel für einen Kommunalwahlkampagne

Split SH_09_10_2015

Splitt SH 10 12 2015

DEMO-Extra_SH_2014_1

DEMO-Extra_SH_2014_2

DEMO-Extra_SH_2014_3

DEMO-Extra-SH_2014_4